Die Lichtausbeute gibt an, wie viel Lumen eine Lichtquelle pro Watt aufgenommener Leistung erzeugt. Sie ist die zentrale Effizienzkennzahl der Beleuchtungstechnik: Je höher der Wert in lm/W, desto weniger Strom wird für dieselbe Helligkeit benötigt. Moderne LED-Hallenleuchten erreichen 130 bis 200 lm/W, klassische T8-Leuchtstoffröhren nur 70 bis 100 lm/W.

Auf einen Blick

  • Einheit: Lumen pro Watt (lm/W)
  • Formel: Lichtstrom (lm) ÷ elektrische Leistung (W)
  • Sehr gut heute: ab ca. 140 lm/W (System, gewerbliche LED-Hallenleuchte)
  • Merksatz: Doppelte Lichtausbeute = halber Stromverbrauch für dasselbe Licht.

Vergleich: Wie effizient sind die gängigen Lichtquellen?

Lichtquelle Typische Lichtausbeute
T8-Leuchtstoffröhre 70–100 lm/W, zusätzlich Verluste im Vorschaltgerät
Natriumdampflampe (NAV) 80–150 lm/W
LED-Hallenleuchte 2013–2017 90–110 lm/W
Moderne LED-Hallenleuchte 130–200 lm/W

Zum Vergleich unsere eigenen Leuchten: LED-Panel 140 lm/W, Lichtbandmodul LUMOline bis 180 lm/W, Hallenleuchte AIR HE bis 200 lm/W.

Wichtig: Systemlichtausbeute zählt, nicht der Chip

Auf Datenblättern stehen manchmal beeindruckende Werte, die sich nur auf den LED-Chip beziehen. In der fertigen Leuchte gehen aber Licht und Energie verloren – in Optik, Abdeckung und Betriebsgerät. Für den Vergleich zählt deshalb nur die System- oder Leuchtenlichtausbeute: der Lichtstrom, der tatsächlich aus der Leuchte kommt, geteilt durch die gesamte aufgenommene Leistung.

Bei Leuchtstoffröhren und Entladungslampen gilt dasselbe: Die Leistung des Vorschaltgeräts muss mitgerechnet werden. Eine 2×58-Watt-Leuchtstoffröhrenleuchte nimmt mit konventionellem Vorschaltgerät rund 126 Watt auf, nicht 116.

Was die Differenz in Euro bedeutet

Beispiel 1 – gleiche Lichtmenge, andere Effizienz: Eine Halle braucht insgesamt rund 1.000.000 Lumen. Bei 80 lm/W sind dafür 12,5 kW nötig, bei 160 lm/W nur 6,25 kW. Bei 4.000 Betriebsstunden im Jahr sind das 25.000 kWh Unterschied – bei 22 Cent pro kWh rund 5.500 Euro pro Jahr.

Beispiel 2 – alte LED gegen neue LED: 100 LED-Hallentiefstrahler aus der Zeit um 2015 mit je 200 Watt. Moderne Leuchten liefern dieselbe Lichtmenge mit rund 120 Watt. Das sind 8 kW weniger – in jeder Betriebsstunde. Bei zwei Schichten und 250 Arbeitstagen ergibt das über 32.000 kWh weniger Stromverbrauch pro Jahr. Bei 28 Cent pro kWh rund 9.000 Euro Einsparung – allein durch den Wechsel von alter auf neue LED.

Praxisbezug: Warum LED allein nicht reicht

Genau in der Differenz der Lichtausbeute liegt der Hauptgrund, warum sich eine LED-Umrüstung trotz höherer Anschaffungskosten rechnet. Und hier liegt auch der Kern unseres Licht-Mythos 4: LED = automatisch umweltfreundlich? Der ökologische Vorteil entsteht nicht automatisch durch LED an sich, sondern durch die tatsächlich erzielte Lichtausbeute im Gesamtsystem – plus richtige Dimensionierung und Steuerung.

Auch der Lichtrückgang über die Jahre spielt eine Rolle: Eine Leuchte, die nach 40.000 Stunden nur noch 75 % ihres Lichts liefert, hat effektiv auch nur noch 75 % ihrer ursprünglichen Lichtausbeute. Mehr dazu im Begriff Lichtstromerhalt. Eine Kurzdefinition finden Sie im Glossar.

Häufige Fragen

Was ist eine gute Lichtausbeute bei LED-Hallenleuchten?

Werte ab etwa 140 lm/W gelten aktuell als sehr gut für gewerbliche LED-Hallenleuchten. Spitzenmodelle erreichen 180 bis 200 lm/W. Ältere oder sehr günstige LED-Leuchten liegen oft nur bei 90 bis 110 lm/W.

Was ist der Unterschied zwischen Lichtausbeute der LED und der Leuchte?

Die Chip-Lichtausbeute gilt für die nackte LED. Die System- oder Leuchtenlichtausbeute berücksichtigt zusätzlich Verluste durch Optik, Abdeckung und Betriebsgerät. Für den Vergleich zählt nur die Systemlichtausbeute der kompletten Leuchte.

Lohnt sich der Tausch alter LED-Leuchten gegen neue?

Oft ja. Zwischen 2013 und 2017 lag die Lichtausbeute typischer LED-Hallenleuchten bei 90 bis 110 lm/W, heute sind 150 bis 180 lm/W üblich. Bei 100 Leuchten à 200 Watt, die durch 120-Watt-Leuchten ersetzt werden, spart ein Zweischichtbetrieb rund 32.000 kWh pro Jahr.

Über das Licht-Lexikon

Vorheriger Begriff: Lichtstromerhalt (L70/L80/L90) · Zum Anfang: UGR-Wert

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Über den Autor: Jan Reiners

LED-Beleuchtungsexperte und TÜV-zertifizierter Fachplaner bei der LEDoptix GmbH mit über 15 Jahren Erfahrung in Lichtplanung und LED-Umrüstung für Industrie, Logistik und Gewerbe.

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