Der Lichtstromerhalt gibt an, wie viel Prozent ihres ursprünglichen Lichtstroms eine LED-Leuchte nach einer bestimmten Betriebszeit noch liefert. „L80 bei 50.000 Stunden“ heißt: Nach 50.000 Stunden kommen im Mittel noch 80 % des Anfangslichts aus der Leuchte. LEDs fallen in aller Regel nicht plötzlich aus – sie werden über die Jahre langsam dunkler. Genau das beschreibt dieser Wert.
Auf einen Blick
- L-Wert: verbleibender Lichtstrom in Prozent (L70 = 70 %, L80 = 80 %, L90 = 90 %)
- Stundenzahl: Zeitpunkt, für den der L-Wert gilt (z. B. 50.000 h)
- B-Wert: Anteil der Leuchten, die den L-Wert unterschreiten dürfen (B10 = max. 10 %)
- Beispiel: 50.000 h L80/B10
- Merksatz: Eine Anlage muss am Ende der Nutzungsdauer noch genug Licht liefern – nicht nur am ersten Tag.
Warum LEDs dunkler werden
Klassische Glühlampen und Leuchtstoffröhren gehen irgendwann einfach kaputt. LEDs verhalten sich anders: Die Lichtausgabe sinkt über die Zeit allmählich. Gründe sind unter anderem die Alterung des Leuchtstoffs, der Optik und der LED-Chips selbst – beschleunigt durch Wärme.
Deshalb ist bei LEDs die Frage „Wann geht sie kaputt?“ weniger relevant als: „Wie viel Licht liefert sie nach 10 Jahren noch?“
L70, L80, L90 – was die Zahlen bedeuten
| Angabe | Bedeutung |
|---|---|
| L70 bei 50.000 h | Nach 50.000 Stunden noch 70 % des Anfangslichtstroms |
| L80 bei 50.000 h | Nach 50.000 Stunden noch 80 % |
| L90 bei 50.000 h | Nach 50.000 Stunden noch 90 % |
Ergänzt wird das oft um den B-Wert. B10 bedeutet: Höchstens 10 % der Leuchten dürfen nach der angegebenen Zeit unter dem L-Wert liegen. B50 bedeutet: die Hälfte – eine deutlich weichere Angabe.
Vorsicht beim Vergleichen: „50.000 Stunden“ ohne L- und B-Wert ist wenig aussagekräftig. Eine Leuchte mit L70/B50 und eine mit L80/B10 können beide mit „50.000 h“ werben – sind aber sehr unterschiedlich gut.
Wie viele Jahre sind 50.000 Stunden?
- Einschichtbetrieb (ca. 2.000 h/Jahr): rund 25 Jahre
- Zweischichtbetrieb (16 h, 250 Tage, ca. 4.000 h/Jahr): rund 12,5 Jahre
- Durchgehend 24/7 (8.760 h/Jahr): knapp 6 Jahre
Praxisbezug: Planen für das Ende, nicht für den Anfang
Die DIN EN 12464-1 arbeitet mit Wartungswerten. Die geforderte Beleuchtungsstärke – zum Beispiel 300 Lux in einem allgemeinen Produktionsbereich – darf während der gesamten Nutzungsdauer nicht unterschritten werden.
Deshalb rechnet eine seriöse Lichtplanung den erwarteten Lichtrückgang über den Wartungsfaktor gleich mit ein. Vereinfacht: Wenn am Ende noch 300 Lux ankommen sollen und die Anlage bis dahin auf etwa 80 % fällt, muss sie im Neuzustand rund 375 Lux liefern.
Wer diesen Schritt überspringt, hat am ersten Tag eine normgerechte Anlage – und nach einigen Jahren eine, die die Mindestwerte nicht mehr erreicht. Das betrifft übrigens auch ältere LED-Anlagen: Eine typische Hallenleuchte von 2015 liefert nach 40.000 Betriebsstunden oft nur noch 75–80 % ihres ursprünglichen Lichtstroms – bei gleichem Stromverbrauch.
Unsere LEDoptix-Leuchten sind auf mindestens 50.000 Stunden bei L80/B10 ausgelegt, die Hallenleuchte AIR HE auf 80.000 Stunden bei L80/B10. Eine Kurzdefinition finden Sie im Glossar.
Häufige Fragen
Was bedeutet L80/B10 bei 50.000 Stunden?
Nach 50.000 Betriebsstunden liefern die Leuchten im Mittel noch mindestens 80 Prozent ihres ursprünglichen Lichtstroms (L80). B10 bedeutet, dass höchstens 10 Prozent der Leuchten diesen Wert unterschreiten dürfen.
Wie viele Jahre sind 50.000 Betriebsstunden?
Das hängt vom Schichtmodell ab. Bei 16 Stunden am Tag und 250 Arbeitstagen sind es rund 4.000 Stunden pro Jahr, also etwa 12,5 Jahre. Im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr sind es knapp sechs Jahre.
Ist L90 besser als L80?
Bei gleicher Stundenzahl ja: Eine Angabe von L90 bei 50.000 Stunden bedeutet, dass die Leuchte nach dieser Zeit noch 90 Prozent ihres Lichtstroms liefert. Vergleichen lassen sich Angaben aber nur, wenn Stundenzahl und B-Wert ebenfalls übereinstimmen.
Warum ist der Lichtstromerhalt für die Lichtplanung wichtig?
Die DIN EN 12464-1 fordert Wartungswerte – die Beleuchtungsstärke darf also auch am Ende der Nutzungsdauer nicht unter den Mindestwert fallen. Der erwartete Lichtrückgang wird deshalb über den Wartungsfaktor schon bei der Planung eingerechnet.
Über das Licht-Lexikon
Vorheriger Begriff: Farbtemperatur (Kelvin) · Nächster Begriff: Lichtausbeute (lm/W)
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Über den Autor: Jan Reiners
LED-Beleuchtungsexperte und TÜV-zertifizierter Fachplaner bei der LEDoptix GmbH mit über 15 Jahren Erfahrung in Lichtplanung und LED-Umrüstung für Industrie, Logistik und Gewerbe. Jan Reiners auf LinkedIn
