UGR-Wert (Blendung)
Der UGR-Wert (Unified Glare Rating) ist ein normierter Kennwert zwischen etwa 10 und 30, der die psychologische Blendung durch eine Beleuchtungsanlage beschreibt. Je niedriger der Wert, desto blendfreier die Anlage.
Der UGR-Wert wird rechnerisch aus Leuchtdichte, Anordnung und Raumgeometrie ermittelt und ist fester Bestandteil jeder Lichtberechnung. DIN EN 12464-1 schreibt für Büro- und Bildschirmarbeitsplätze meist UGR ≤ 19 vor, für gröbere industrielle Sehaufgaben sind bis UGR 25 zulässig, für reine Verkehrsflächen teils höhere Werte. Eine Leuchte mit ungeeigneter Optik kann trotz ausreichender Lux-Werte durch zu hohe Blendung als unangenehm empfunden werden.
Anwendungsbereiche
- Planung von Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen nach DIN EN 12464-1
- Auswahl blendarmer Leuchtenoptiken für Produktionsarbeitsplätze mit Sichtaufgaben
- Nachweis der Normkonformität im Rahmen des Beleuchtungsstärkenachweises
- Bewertung bestehender Anlagen bei Beschwerden über unangenehmes Licht
Vorteile
- Objektiver, berechenbarer Kennwert statt subjektiver Einschätzung
- Vermeidet Ermüdung, Kopfschmerzen und Konzentrationsverlust durch Blendung
- Reduziert Unfallrisiken in sicherheitsrelevanten Arbeitsbereichen
- Erleichtert die rechtssichere Dokumentation gegenüber Berufsgenossenschaft und Aufsichtsbehörden
Worauf Sie achten sollten
- Der UGR-Wert gilt für einen definierten Betrachterstandpunkt – bei großen Hallen können mehrere Berechnungspunkte nötig sein
- Nicht jede LED-Leuchte mit gutem Lumenwert hat automatisch eine gute Optik zur Blendbegrenzung
- Nachträglich falsch montierte oder ausgetauschte Leuchten können den berechneten UGR-Wert einer Anlage verschlechtern
FAQ
F: Welcher UGR-Wert gilt als gut?
A: Werte bis UGR 19 gelten für Bildschirmarbeitsplätze als komfortabel, bis UGR 22 als akzeptabel für die meisten Büro- und Industrietätigkeiten.
F: Wie unterscheidet sich UGR von allgemeiner Blendung?
A: UGR ist der normierte, berechnete Kennwert für psychologische Blendung, während „Blendung“ der Oberbegriff für alle Formen störenden oder sehleistungsmindernden Lichts ist.
F: Welcher UGR-Wert gilt für Bildschirmarbeitsplätze?
A: DIN EN 12464-1 schreibt für Bildschirmarbeit und feine Sehaufgaben einen UGR ≤ 19 vor. Leuchten, die diesen Wert einhalten, werden häufig als UGR-19-Leuchten bezeichnet.
F: Wie wird der UGR berechnet?
A: Aus Leuchtdichte der Leuchten, Hintergrundleuchtdichte, Raumwinkel und Positionsindex. In der Praxis übernehmen das Lichtplanungsprogramme wie DIALux oder Relux automatisch anhand der LVK-Daten.
F: Was bedeutet ein niedriger UGR-Wert?
A: Je niedriger der UGR, desto geringer die empfundene Direktblendung. Werte um 10 gelten als praktisch blendfrei, Werte ab etwa 25 als deutlich blendend.
F: Gilt der UGR-Grenzwert für jeden Raum gleich?
A: Nein. DIN EN 12464-1 legt je nach Tätigkeit unterschiedliche Grenzwerte fest – strenger für feine Sehaufgaben wie Bildschirmarbeit, großzügiger für grobe Tätigkeiten wie Lager oder Maschinenhallen.
F: Was ist der Unterschied zwischen UGR und GR-Wert?
A: Der UGR bewertet Direktblendung in Innenräumen. Für Außenanlagen und Sportstätten gilt stattdessen der GR-Wert – ein vergleichbares Prinzip, aber für die andere Betrachtungssituation kalibriert.