„Beleuchtung machen wir nächstes Jahr.” Diesen Satz hören wir jeden Herbst. Und im Herbst darauf wieder. Licht gilt als Thema, das warten kann. Dabei zahlen viele Betriebe gleich doppelt: für zu viel Strom und für zu wenig Licht. Wer die LED-Umrüstung planen und 2027 umsetzen will, sollte das Thema jetzt auf die Liste setzen.
Kurz gesagt: Veraltete Beleuchtung kostet jeden Monat Geld – je nach Bestand lassen sich bis zu 80 % der Stromkosten fürs Licht sparen. Und meistens liefert sie trotzdem deutlich zu wenig Licht. Dazu kommen laufende Kosten für Wartung und Reparatur. Die Umrüstung selbst dauert je nach Umfang nur wenige Tage bis Wochen. Am längsten dauert meist die Entscheidung – oft Monate, manchmal Jahre. Ins Budget gehören Planung, Leuchten, Montage und Entsorgung – für alle Bereiche, vom Büro bis zum Parkplatz. Mit Leasing ist der Cashflow ab dem ersten Monat positiv.
Warum die Beleuchtung nie drankommt
Bei der Budgetplanung stehen Maschinen, IT und Gebäude oben auf der Liste. Die Beleuchtung rutscht nach unten. Licht ist ja da, und eine neue Anlage wirkt wie ein Luxus, den man sich auch später noch leisten kann.
Das Problem: „Später” kommt selten. Und in der Zwischenzeit läuft die alte Anlage weiter. Mit vollem Stromverbrauch, nachlassender Lichtleistung und immer häufigeren Ausfällen. Das Geld fließt trotzdem – nur eben in die Stromrechnung statt in eine Investition, die sich bezahlt macht.
Was ein Jahr Warten kostet
Eine einfache Beispielrechnung für einen Betrieb mit Lager und Produktion:
- Bestand: 200 HQL-Leuchten mit je rund 480 Watt inklusive Vorschaltgerät
- Ersatz: 200 LED-Hallenleuchten mit je rund 100 Watt
- Brenndauer:000 Stunden im Jahr
- Strompreis: 25 Cent pro kWh (Annahme)
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HQL alt |
LED neu |
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Leistung gesamt |
96 kW |
20 kW |
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Verbrauch pro Jahr |
384.000 kWh |
80.000 kWh |
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Stromkosten pro Jahr |
96.000 € |
20.000 € |
Das sind rund 79 % weniger Strom und 76.000 € Ersparnis im Jahr. Jeder Monat Warten kostet in diesem Beispiel also über 6.300 € – allein beim Strom.
Dazu kommen die laufenden Kosten für Wartung und Reparatur
Was in keiner Stromrechnung auftaucht: Alte Anlagen brauchen ständig Aufmerksamkeit. Immer wieder muss jemand auf die Leiter, den Hubsteiger oder das Gerüst, um Leuchtmittel zu tauschen, defekte Leuchten zu reparieren oder Zuleitungen instand zu setzen. Das kostet Material, Elektrikerstunden und oft die Miete für einen Steiger. Und es bindet Arbeitszeit – die eigener Mitarbeiter genauso wie die von externen Handwerkern. Manchmal muss dafür sogar ein Bereich abgesperrt werden.
Moderne LED-Leuchten laufen dagegen viele Jahre wartungsfrei. Auch dieser Posten fällt mit der Umrüstung weitgehend weg.
Wie groß der Hebel in der Praxis sein kann, zeigt Dressel + Höfner Automotive, ein Kunststoff-Spritzgießer aus der WELP Group: Im Hauptwerk spart der Betrieb seit der Umrüstung rund 46.200 € Stromkosten pro Jahr. Das sind über 3.800 € – jeden Monat. Und das bei deutlich besserem Licht als vorher. Ob sich eine Umrüstung bei Ihnen lohnt, klären Sie schnell mit unserem 5-Fragen-Check.
Zu wenig Licht – und trotzdem teuer bezahlt
Geld ist nur die eine Seite. Die andere: In den meisten Betrieben, in denen wir messen, ist es deutlich dunkler, als es sein sollte. Alte Leuchten verlieren über die Jahre einen großen Teil ihres Lichts, verbrauchen aber weiter die volle Leistung. Was das in Zahlen heißt, erklären wir im Beitrag zum Lichtstromerhalt.
Zu wenig Licht merkt man nicht sofort, aber man bezahlt es trotzdem:
- Mehr Fehler: Kleine Details, Etiketten und Prüfmerkmale werden schlechter erkannt – das kostet Qualität und Nacharbeit.
- Mehr Unfallrisiko: Stolperstellen, Kanten und Staplerverkehr sind in dunklen Bereichen schwerer zu sehen.
- Müdere Mitarbeiter: Schlechtes Licht strengt an und drückt auf Konzentration und Stimmung.
- Rechtliches Risiko: Für normgerechtes Licht am Arbeitsplatz ist nach Arbeitsstättenverordnung der Arbeitgeber verantwortlich.
Die gute Nachricht: Mit moderner LED und sauberer Planung gibt es beides – deutlich weniger Verbrauch und deutlich mehr Licht.
Was ins Budget 2027 gehört
Eine LED-Umrüstung ist mehr als neue Leuchten. Damit das Budget am Ende stimmt, sollten diese Posten drin sein:
- Bestandsaufnahme und Lichtmessung: Was hängt wo, wie alt ist es, wie lange brennt es, welche Werte werden erreicht?
- Lichtplanung: Eine normgerechte Planung nach DIN EN 12464-1 und ASR A3.4 zeigt, wie viele Leuchten wirklich nötig sind. Oft sind es weniger als vorher.
- Leuchten: Entscheidend sind Lichtausbeute, Lebensdauer und Blendung – nicht nur der Stückpreis. Warum, steht in unserem Beitrag über Kostenfallen bei Billig-LED.
- Montage: Im laufenden Betrieb, bereichsweise und abgestimmt mit Ihren Abläufen.
- Demontage und Entsorgung: Die alten Leuchten müssen fachgerecht raus und entsorgt werden.
- Hebebühne: Je nach Raumhöhe für einige Tage einplanen.
Sie müssen nicht alles bei einem Anbieter buchen. Bei uns können Sie auch einzelne Leistungen beauftragen – zum Beispiel nur die Lichtplanung als Grundlage für Ihr Budget.
Alle Bereiche einplanen – nicht nur die Produktion
Beim Thema Licht denken viele zuerst an Lager oder Produktion. Doch Strom verbraucht die Beleuchtung im ganzen Betrieb:
- Büros und Besprechungsräume: lange Brenndauer, hohe Anforderungen an Blendfreiheit
- Flure und Treppenhäuser: Licht brennt oft den ganzen Tag, manchmal rund um die Uhr
- Sozial- und Sanitärräume: klein, aber zahlreich – und oft mit besonders alter Technik
- Lager und Produktion: meist der größte Verbraucher, vor allem im Schichtbetrieb
- Außenbereich und Parkplatz: im Winter viele Stunden am Tag in Betrieb
Unser Tipp: Bereiche mit den längsten Brennzeiten zuerst. Dort ist die Ersparnis am größten und die Investition am schnellsten wieder drin.
Kaufen oder leasen?
Wenn das Investitionsbudget 2027 eng ist, muss die Beleuchtung nicht hinten anstehen. Mit Leasing über unseren Partner MMV Leasing lag die monatliche Rate in unseren Projekten bei etwa der Hälfte der monatlichen Stromeinsparung. Das heißt: positiver Cashflow ab dem ersten Monat, ohne Eigenkapital. Mehr dazu im Glossar unter LED-Leasing.
Beim Kauf amortisiert sich eine Umrüstung typischerweise in zwei bis drei Jahren, bei langen Brennzeiten auch deutlich schneller. Welche Variante steuerlich besser passt, klären Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.
Schneller umgesetzt als gedacht
Viele rechnen bei einer LED-Umrüstung mit einem langen Projekt. Tatsächlich geht die Technik schnell:
- Lichtplanung: Je vollständiger die Daten zu den vorhandenen Leuchten und je besser der Grundriss mit der Bestandsbeleuchtung, desto schneller steht die Planung.
- Beschaffung: Die Lieferzeit hängt von Leuchtentyp und Menge ab. Wir planen sie von Anfang an mit ein.
- Umrüstung: Je nach Umfang wenige Tage bis Wochen – im laufenden Betrieb.
Am längsten dauert meistens die Entscheidung. Und genau die kostet am meisten: Jeder Monat, in dem die alte Anlage weiterläuft, geht voll auf die Stromrechnung. Wir haben Projekte, bei denen auch nach zwei bis drei Jahren noch keine Entscheidung gefallen ist. In dieser Zeit hätte sich die neue Beleuchtung teilweise schon mehrfach amortisiert. Unser Tipp: Die Umrüstung fest ins Budget 2027 einplanen und früh im Jahr entscheiden. Dann ist das neue Licht wenige Wochen später in Betrieb.
So geht es noch schneller: Halten Sie eine Liste der vorhandenen Leuchten mit Typ, Anzahl und Leistung bereit, dazu einen Grundriss mit eingezeichneter Beleuchtung. Fehlen die Unterlagen, nehmen wir den Bestand vor Ort auf.
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt, eine LED-Umrüstung zu planen?
Jetzt, wenn das Budget für das kommende Jahr aufgestellt wird. Wer früh entscheidet, spart früher – die Umsetzung selbst dauert nur wenige Wochen.
Wie lange dauert eine LED-Umrüstung?
Weniger lange als die meisten denken. Wie schnell Planung und Lieferung gehen, hängt vor allem von den vorliegenden Daten und den gewählten Leuchten ab. Die Umrüstung selbst dauert je nach Umfang wenige Tage bis Wochen. Am längsten dauert meistens die Entscheidung – oft Monate, manchmal Jahre.
Was kostet eine LED-Umrüstung?
Das hängt von Anzahl und Art der Leuchten, Raumhöhen und Montageaufwand ab. Eine belastbare Zahl liefert erst die Lichtplanung. Typisch ist eine Amortisation in zwei bis drei Jahren, bei langen Brennzeiten auch schneller.
Welche Kosten verursacht alte Beleuchtung außer Strom?
Vor allem Wartung und Reparatur: Leuchtmittel tauschen, defekte Leuchten und Zuleitungen instand setzen – oft mit Leiter, Hubsteiger oder Gerüst. Das kostet Material, Handwerkerstunden und bindet Arbeitszeit eigener Mitarbeiter. Moderne LED-Leuchten laufen dagegen viele Jahre wartungsfrei.
Muss der Betrieb für die Umrüstung stillstehen?
Nein. Die Umrüstung läuft bereichsweise im laufenden Betrieb und wird mit Ihren Abläufen abgestimmt.
Lohnt sich Leasing für die Beleuchtung?
Oft ja. In unseren Projekten lag die Leasingrate bei etwa der Hälfte der monatlichen Stromeinsparung. Der Cashflow ist damit ab dem ersten Monat positiv, und das Investitionsbudget bleibt frei.
Über den Autor: Jan Reiners
LED-Beleuchtungsexperte und TÜV-zertifizierter Fachplaner bei der LEDoptix GmbH mit über 15 Jahren Erfahrung in Lichtplanung und LED-Umrüstung für Industrie, Logistik und Gewerbe. Jan Reiners auf LinkedIn
